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ASH 2011

53st ASH Annual Meeting and Exposition -
American Society of Hematology


Expertenrunde
Die wichtigsten Daten zur Diagnostik und Therapie des myelodysplastischen Syndroms, der akuten und der chronischen myeloischen Leukämie
Anlässlich des jährlichen Meetings der American Society of Hematology (ASH) in San Diego präsentieren deutsche Experten die wichtigsten dort vorgestellten Daten zur Diagnostik und Therapie des myelodysplastischen Syndroms, der akuten und der chronischen myeloischen Leukämie. Die Identifikation eines neuen molekularen Markers bei Patienten mit RARS, der die Gene des RNA splicings betrifft, kann vielleicht zu einer pathogenetischen Klärung dieses MDS Phänotyps führen. Daneben werden neue Studiendaten zur Behandlung des MDS besprochen. Follow-up-Daten der neuen Tyrosinkinaseinhibitoren Dasatinib und Nilotinib belegen die guten Ansprechraten in der Therapie der CML, sowie deren Effizienz in der Vermeidung von Blastenkrisen. Außerdem werden in der Therapie der AML und CML überzeugende Daten zu neuen, noch in der klinischen Testung befindlichen Substanzen, wie Bosutinib und Ponatinib, Ponatinib und Gemtuzumab präsentiert.
 
Expertenrunde MDS CML AML
Teilnehmer der Diskussionsrunde sind:
  • Prof. Dietger Walter Niederwieser (Leipzig)
  • Prof. Wolf-Karsten Hofmann (Mannheim)
  • PD Dr. Thoralf Lange (Leipzig)
  • Prof. Norbert Gattermann ( Düsseldorf)



Expertenrunde Multiples Myelom und Lymphome
Neue Entwicklungen und aktuelle Therapiestandards
Direkt vom diesjährigen ASH 2011 berichtet die Expertenrunde über neue Ergebnisse beim Multiplem Myeloms und bei Lymphomen. Zur Sprache kommen aktuelle Studien, die neue Substanzen wie z.B. Elotuzumab, Carfilzomib, Pomalidomid oder Brentuximab-Vedotin einbinden. Die Experten kommentieren zudem unter anderem Daten zur Umgehung von Resistenzmechanismen, erörtern mögliche Therapieanpassungen bei älteren Patienten und geben einen Ausblick auf einen ersten oralen Proteasominihibtor.
 
Expertenrunde Lymphome und Multiples Myelom
Teilnehmer der Diskussionsrunde sind:
  • Prof. Martin Dreyling (München)
  • Prof. Monika Engelhardt (Freiburg)
  • PD Dr. Gerhard Held (Homburg)
  • PD Dr. Kai Neben (Heidelberg)
  • Prof. Mathias Rummel (Gießen)
  • Prof. Orhan Sezer (Hamburg)
  • PD Dr. Mathias Witzens-Harig (Heidelberg)



Prof. Martin Dreyling
Bendamustin als Kombinationspartner für zielgerichtete Therapien
Die Bedeutung von Bendamustin in der Therapie maligner Lymphome hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Aufgrund des guten Verträglichkeitsprofils – keine Alopezie, geringe Rate an peripheren Neuropathien, kein Einfluss auf die Nierenfunktion – wurde Bendamustin zu Beginn besonders bei älteren und komorbiden Patienten eingesetzt. Neuere Studiendaten – insbesondere in Kombination mit Rituximab -zeigen jedoch, dass Bendamustin-basierte Therapien nicht nur sehr gut verträglich, sondern auch äußerst effektiv sind. Inzwischen wird Bendamustin in eine Vielzahl von Studienkonzepte bei unterschiedlichen Lymphomentitäten eingebunden und die Substanz wird auch zunehmend als Kombinationspartner für neue Substanzen evaluiert, wie aktuelle Daten vom Jahreskongress der amerikanischen Gesellschaft für Hämatologie (ASH) vom 10.-13. Dezember 2011 zeigen, die Prof. Dreyling im Interview vorstellt.


Interview mit Prof. Einsele
Nicht transplantierbare MM-Patienten: Primärtherapie mit Lenalidomid
Patienten mit neu diagnostiziertem multiplen Myelom, die für eine Transplantation nicht geeignet sind, können unter einer Lenalidomid-haltigen Induktionstherapie gefolgt von einer Erhaltungstherapie mit Lenalidomid, ein signifikant längeres progressionsfreies Überleben vs. MP erreichen. Dieses Ergebnis und weitere Erkenntnisse der MM-015-Studie wurden auf dem ASH 2011 präsentiert. Zu ihrem Stellenwert äußerte sich Prof. Dr. Hermann Einsele von der Universität Würzburg im Interview.


Prof. Norbert Gattermann im Interview
„TherapieMonitor bietet Fundgrube für die Therapie des MDS“
Prof. Gattermann berichtet über die wichtigsten Ergebnisse des TherapieMonitors im Vergleich der Jahre 2009 und 2010. Insbesondere die Nutzung des IPSS-Scores zur Risikoabschätzung hat erfreulich zugenommen. Dies trifft jedoch nicht für ältere Patienten zu. Die Verwendung des Scores ist laut Prof. Gattermann ebenso wie die zytogenetische Analyse jedoch für alle MDS-Patienten von entscheidender Bedeutung für die Therapie.


Multiples Myelom: Chromosomenanomalien
Prädiktiver Wert von Chromosomenanomalien beim Multiplen Myelom
In der Diagnostik des Multiplen Myeloms gewinnt die FISH-basierte Aberrationsanalyse immer größeren Stellenwert und scheint prognostisch zuverlässiger als die alleinige Bewertung nach dem ISS-Score zu sein. Zytogenetische Techniken eröffnen somit Möglichkeiten zum risikoadaptierten Management der Erkrankung.


Rezidivtherapie beim Multiplen Myelom
Elotuzumab: Hohe objektive Ansprechraten bei guter Verträglichkeit
Einer Phase-II-Studie zufolge führt Elotuzumab in Kombination mit Lenalidomid und niedrig dosiertem Dexamethason beim fortgeschrittenen Multiplen Myelom zu hohen objektiven Ansprechraten. Mit entsprechender Prämedikation lassen sich zudem unerwünschte Nebenwirkungen weitgehend vermeiden, wie eine internationale Forschergruppe auf dem ASH 2011 darlegte.


Multiples Myelom
Ältere Patienten: Induktion und Erhaltung mit Lenalidomid verlängert PFS
Patienten zwischen 65 und 75 Jahren mit neu diagnostiziertem Multiplen Myelom, die für eine Stammzelltransplantation nicht geeignet sind, können offenbar sowohl von einer Induktions- als auch insbesondere von einer Erhaltungstherapie mit Lenalidomid profitieren. Einer aktuellen Studie zufolge nimmt das progressionsfreie Überleben hochsignifikant zu. Allerdings steigt dabei das Risiko für hämatologische Zweittumoren an.


Multiples Myelom: Carfilzomib
Gutes Ansprechen unter Carfilzomib in der CARTHADEX-Studie
Carfilzomib in Kombination mit Thalidomid und Dexamethason führt als Induktions- und Erhaltungstherapie nach HDM/ASCT beim Multiplen Myelom (MM) offenbar zu einer guten Response, wie erste Ergebnisse der CARTHADEX-Studie zeigen.


Chronische Immunthrombozytopenie (ITP)
Wirksamkeit und Sicherheit von Eltrombopag über bis zu 4,5 Jahre bestätigt
Das auf der ASH-Jahrestagung präsentierte Update der Langzeitstudie EXTEND (Eltrombopag Extended Dosing Study) belegt die langfristige Wirksamkeit und Sicherheit von Eltrombopag in der Therapie der chronischen Immunthrombozytopenie (ITP): Der im März 2010 zugelassene erste orale Thrombopoetin (TPO)-Rezeptoragonist wird in der Extensionsstudie inzwischen seit mehr als vier Jahren untersucht.


Fortgeschrittenes Follikuläres Lymphom
Radioimmunotherapie bei FL mit Rituximab-Induktion vergleichbar
Patienten mit einem fortgeschrittenen follikulären Lymphom (FL) können sowohl von einer Rituximab-Induktionstherapie als auch von einer Radioimmunotherapie profitieren. Beide Therapiestrategien verlängern progressionsfreies und Gesamtüberleben in ähnlicher Weise, so aktuelle Studienergebnisse.


Btk-Inhibitor PCI-32765
Btk-Inhibitor PCI-32765 mit guten Ergebnissen bei CLL/SLL
Der Inhibitor der Bruton-Tyrosinkinase PCI-32765 kann bei CLL/SLL-Patienten mit Rezidiv oder fehlender Wirksamkeit einer Therapie das 6-monatige progressionsfreie Überleben verbessern. In einer aktuellen Studie traf das auf etwa 90% der teilnehmenden Patienten zu. Außerdem war das Medikament gut verträglich, so die auf dem ASH 2011 vorgestellten Ergebnisse.


Follikuläres Lymphom
Follikuläres Lymphom mit geringer Tumorlast: Rituximab-Erhaltungstherapie ohne zusätzlichen Nutzen
Einer auf dem ASH-Meeting 2011 präsentierten Studie zufolge ist eine intermittierende Rituximab-Therapie ähnlich wirksam wie eine kontinuierliche Rituximab-Erhaltung. An der Studie hatten über 250 Patienten mit follikulärem Lymphom und geringer Tumorlast teilgenommen. Weder unterschieden sich die Zeit bis zum Therapieversagen noch die Zeit bis zum Beginn einer zytotoxischen Therapie signifikant.


Fortgeschrittenes Hodgkin-Lymphom
6 Zyklen BEACOPPeskaliert: neuer Therapiestandard bei fortgeschrittenem HL?
Aktuellen Ergebnissen der HD15-Studie der Deutschen Hodgkin-Studiengruppe zufolge könnten 6 Zyklen BEACOPPeskaliert die neue Standardtherapie des fortgeschrittenen Hodgkin-Lymphoms werden. Die auf dem ASH 2011 vorgestellten Resultate zeigen, dass dieses Therapieregime sicherer und effektiver ist als eine Therapie mit 8 Zyklen BEACOPPeskaliert.


Systemisches anaplastisches großzelliges Lymphom
Brentuximab Vedotin mit guter Wirksamkeit bei sALCL
Das Antikörper-Konjugat Brentuximab Vedotin kann bei Patienten mit rezidiviertem oder therapierefraktärem systemischen anaplastischen großzelligen Lymphom (sALCL) zu einer anhaltenden kompletten Remission und einem längeren progressionsfreien Überleben führen. Das zeigten Studienergebnisse, die auf dem ASH-Meeting 2011 vorgestellt wurden.



Aktualisiert am: 29.03.12 - 10:12



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