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Zielgerichtete Therapie bei Magenkrebs mit dem
HER2-Antikörper

Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 19.000 Menschen an Magenkrebs. Somit ist das sogenannte Magenkarzinom eine relativ häufige Krebserkrankung, die sowohl Männer als auch Frauen betreffen kann. In den meisten Fällen treten zu Anfang der Erkrankung kaum Symptome auf. Im weiteren Verlauf sind es oft Symptome wie Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Übelkeit und Erbrechen, die nach einer Abklärung durch eine Magenspiegelung mit Biopsie (feingewebliche Untersuchung) zur Diagnose Magenkrebs führen.

Wie wird Magenkrebs therapiert?

In der Regel gehören die operative Entfernung des Tumors sowie ggf. die Chemotherapie und Strahlentherapie zu den Behandlungsoptionen beim Magenkarzinom.

Was ist HER2?

Verschiedene Faktoren beeinflussen über Rezeptoren Wachstum und Teilung von Zellen – auch von Krebszellen. Die Rezeptoren, die wie Empfangsantennen an der Zelloberfläche sitzen, leiten Wachstumssignale an den Zellkern weiter. Auch das HER2-Protein ist ein solcher Rezeptor, der sowohl auf gesunden Zellen als auch auf Krebszellen vorkommt. HER2 steht für Humaner (menschlicher) Epidermaler (an der Zelloberfläche befindlicher) Wachstumsfaktor-Rezeptor 2. Sitzen nur wenige HER2-Rezeptoren auf der Zelloberfläche, erhält die Zelle wenige Wachstumssignale. Das bedeutet: Die Zellteilung verläuft normal langsam und kontrolliert.

Alle Patienten sollten ihren HER2-Status kennen!

HER2 kann auf der Oberfläche von Krebszellen vermehrt vorkommen. Dies ist unter anderem bei Brustkrebs und Magenkrebs der Fall. Bei etwa 16 % der Magentumore tritt eine so genannte HER2-Überexpression auf. Man spricht von einem HER2-positven Tumor. Auf einem HER2 positiven Tumor sitzen die HER2-Rezeptoren dicht an dicht auf der Zelloberfläche. Wenn sich HER2-Rezeptoren miteinander verbinden (Dimerisierung), werden Wachstumssignale an das Zellinnere geleitet, so dass sich die Zelle teilt und vermehrt. Die Folge: Die Krebszellen werden mit Wachstumssignalen überflutet, teilen und vermehren sich unkontrolliert.

Wie wirkt der HER2-Antikörper?

Vor Jahren ist es gelungen, gegen den HER2-positiven Brustkrebs einen Antikörper zu entwickeln, der sich gegen das HER2-Protein richtet. Nun steht diese zielgerichtete Antikörpertherapie auch Patienten mit metastasiertem Magenkrebs zur Verfügung. Ähnlich einem Schlüssel-Schloss-Prinzip bindet der HER2-Antikörper an den HER2-Rezeptor und blockiert ihn dadurch. Wachstumssignale werden nicht mehr übertragen, und das weitere Wachstum der Zelle wird gestoppt. Zusätzlich aktiviert der HER2-Antikörper die körpereigene Immunabwehr, indem die Tumorzellen durch die Besetzung ihrer Oberfläche mit dem Antikörper markiert werden. Die Folge: Ihr Immunsystem erkennt die Tumorzellen, greift sie an und zerstört sie. Mit dem HER2-Antikörper steht somit eine zielgerichtete und effektive Immuntherapie für HER2-positive Patienten zur Verfügung.

Wirkmechanismus des HER2-Antikörpers


Der HER2-Antikörper, der als Infusion alle drei Wochen in die Vene verabreicht wird, wird in Kombination mit einer Chemotherapie eingesetzt. Nebenwirkungen sind bei der Antikörpertherapie im Normalfall mild bis mäßig ausgeprägt. Bei einigen Patienten können während oder kurz nach der ersten Infusion grippeähnliche Symptome wie Fieber oder Schüttelfrost auftreten, die mit entsprechenden Medikamenten gut behandelt werden können. Herz- und Lungenfunktion werden gegebenenfalls vor und während der Therapie regelmäßig kontrolliert, um eventuelle Beeinträchtigungen frühzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Eine große klinische Studie mit mehreren hundert Patienten hat gezeigt, dass auch bei metastasiertem HER2-positivem Magenkrebs das Tumorwachstum gebremst werden kann. Die Zeit ohne Fortschreiten der Erkrankung und die Lebenszeit können verlängert werden.




Diese Informationen werden Ihnen ermöglicht mit freundlicher Unterstützung der

     Roche Pharma AG  
 

 




Aktualisiert am: 22.07.11 - 14:15



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