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Prostatakrebs - Klassifikation des Krankheitsstadiums

Zur Planung der Behandlung muss das Prostatakarzinom einem Krankheitsstadium zugeordnet werden. Diese Klassifizierung, auch Staging genannt, erfolgt nach dem TNM-System.

TNM-Klassifikation

Zur Einteilung in die Krankheitsstadien sind drei Kriterien maßgeblich:
  • Größe und Ausdehnung des Tumors (T)
  • Beteiligung der Lymphknoten (N)
  • Vorhandensein von Metastasen (M)
Die Ziffern hinter den Buchstaben geben Hinweise auf die Ausdehnung des Tumors (T1 – 4), Zahl und Lage der befallenen Lymphknoten (N0 und N1) und das Vorhandensein oder Fehlen von entfernten Metastasen (M0 und M1). T2 N0 M0 würde also bedeuten, dass es sich um einen auf die Prostata begrenzten Tumor ohne Lymphknotenbefall und ohne Metastasen handelt.

TNM-Klassifikation des Prostatakrebses

Für T (Tumor) gibt es folgende Bezeichnungen:
  • T0 = kein Anhalt für Primärtumor
  • T1 = der Tumor ist klein und nicht tastbar bzw. lässt sich nicht erkennen
  • T2 = der Tumor ist auf die Prostata beschränkt und hat die Prostatakapsel nicht durchbrochen
  • T3 = der Tumor breitet sich über die Prostatakapsel aus
  • T4 = der Tumor erfasst benachbarte Strukturen (z.B. Blase, Darm, Beckenwand)
Die Bezeichnungen zu N (Nodi = Knoten) lauten:
  • N0 = keine benachbarten Lymphknoten befallen
  • N1 = Befall benachbarter Lymphknoten
Für M (Metastasen) gibt es folgende Einteilung:
  • M0 = kein klinischer Nachweis von Tochtergeschwülsten (Fernmetastasen
  • M1 = Fernmetastasen nachweisbar

Gleason-Score

Für die Einteilung des gewöhnlichen Prostatakarzinoms hat sich weltweit der Gleason-Score – benannt nach dem US-Mediziner Donald Gleason – durchgesetzt. Dabei wird bestimmt, wie sehr sich die Tumorzellen vom normalen, gesunden Gewebe unterscheiden: mit anderen Worten, wie entdifferenziert sie bereits sind. Das gibt wichtige Informationen für die Prognose der Erkrankung.

Dabei werden zwei in einer Gewebeprobe sichtbaren Tumorzellareale in fünf verschiedene Gruppen unterteilt und mit Punkten von 1 und 5 bewertet. Je niedriger der vergebene Punktwert ist, desto eher sieht das Tumorgewebe normalem Prostatagewebe ähnlich. Die beiden Zahlen der Zellen werden dann addiert, z. B. 3+4 ergibt den Gleason-Score 7. Liegt der Gleason-Score unter 7, ist die Prognose eher günstig. Liegt der Score jedoch über 7, ist die Prognose eher ungünstiger.

 
(red)



Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Urologie (Hrsg.): Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms, http://www.urologenportal.de/index.php?id=113&frame=awmf, Stand August 2009
H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006

Fachliche Beratung
Prof. Dr. Kurt Miller
Klinik für Urologie,
Charité - Universitätsmedizin Berlin


Aktualisiert am: 04.05.11 - 12:30



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